CAAD
Lehrstuhl für Computergestütztes Planen in der Architektur
Fakultät für Architektur / RWTH Aachen

Digitale soziale Netzwerke in der Stadt

Autoren: Pflüger, Frank; Dieckmann, Andreas; Stachelhaus, Thomas (Dieckmann Stachelhaus )
Erschienen in: Informationen zur Raumentwicklung, (10/11 - Räumliche Aspekte von Kommunikations- und Informationstechnologien)
Seiten: 637-642
Jahr: 2011
ISBN: 0303-2493

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Zusammenfassung

Lebendige Stadtteile definieren sich besonders über funktionierende soziale und institutionelle Netze, die den Zusammenhalt und Austausch unter den Bürgern kontinuierlich „anschieben". Neben Nachbarschaften sind vor allem Vereine, Bürgerinitiativen, lokale Veranstaltungen und Feste wichtige Elemente eines solchen Community-Buildings. Im Zuge von Internet und Web 2.0 und der damit einhergehenden Veränderungen der Kommunikationsgewohnheiten können digitale Quartiers-Plattformen einen weiteren Baustein dazu bilden. Dabei geht es nicht nur darum, z. B. das lokale Anzeigenblättchen oder Aushänge von Vereinen zu ersetzen, sondern auch Optionen für die Bildung von neuen Online-Communitys im Quartier zu eröffnen. Dies können allgemeine soziale Netzwerke sein, Austauschbörsen zu einem bestimmten Interessengebiet und vieles mehr. Im Rahmen des Ressortforschungsprojekts „Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere" (2007--2009) wurden verschiedene Quartiersplattformen entwickelt. Der Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt zu Planung, Umsetzung und Betrieb von Quartiersplattformen zusammen und betrachtet diese im Kontext der Problematik der „digitalen Spaltung" sowie der aktuellen Diskussion über die Bedeutung der Privatsphäre im „Social Web". Betreiberseitig dauerhaft gesichert sein müssen ausreichendes technisches Wissen, eine gesicherte Rechtsgrundlage, eine gezielte „Markteinführung" und ein Redaktionsstab, der Kontinuität und Quartiersnähe gewährleistet. Nutzerseitig bedarf es einer kritischen Masse an Besuchern, die noch nicht bei allen Plattformen gegeben ist. Bei den interaktiven Beteiligungsmöglichkeiten beschränkt sich die Nutzerbeteiligung noch weitgehend auf einen „technikaffinen" Personenkreis (Generationenproblem). Lebhafter ist sie, wenn eine lebendige Szene von Vereinen und Gruppen hinter dem Online-Angebot steht und dieses für sich als Plattform nutzt.

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